Hochbeet – Lebensraum für Sandbienen

Von den über 600 heimischen Wildbienen in Deutschland nisten etwa 70% im Boden. Wildbienen, die im Boden nisten, bauen in horizontalen, schwach geneigten oder vertikalen Flächen, an komplett vegetationsfreien, schütter oder dicht bewachsenen Stellen. Manche Arten nisten in Sandböden, andere nur in Löß oder Lehm, wieder andere sind nicht wählerisch. Bis zu 1m können diese selbtgegrabenen Nistgänge betragen.

In das Hochbeet für Sandbienen haben wir folgende heimische Wildstauden gepflanzt:

Scharfer Mauerpfeffer (Sedum sexangulare)

Arznei-Thymian (Thymus pulegioides)

Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)

Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys)

Rainfarn (Tanacetum vulgare)

Das hier im Beet angebotene Substrat ist für bodennnistende Wildbienen, wie die Sandbiene ideal. Es ahmt die natürlichen Verhältnisse eines weniger bewachsenen Magerrasen nach. Dort liegt offener Boden vor und es herrscht wenig Vegetation. Als Substrat eignet sich ungewaschener, lehmhaltiger Sand, welcher die nötige, feste Substanz aufweist, damit die Brutgänge nicht in sich zusammenfallen können.

Der Standort sollte vollsonnig und wenn möglich regengeschützt liegen. Das wichtigste ist jedoch in unmittelbarere Nähe das Nahrungsangebot an heimischen Wildpflanzen, welche die Bienen als Nahrungsquelle und zum Nestbau benötigen. Wildbienen fliegen im Durchschnitt nämlich nur bis zu 300m, während die Honigbiene 2 bis 6 km weit fliegen kann.

Hochbeet “Lebensraum für Sandbienen” auf dem Lollapalooza 2023 in Berlin

Lebensweise und Nistverhalten:

Die Weibchen solitärer Wildbienen bauen ihre Nester ohne die Hilfe von Artgenossen und legen in ihrer kurzen Lebensdauer von 4 – 8 Wochen zwischen 4 und 30 Brutzellen an. Diese versorgt sie mit allem, was die Larven zum Wachsen benötigen und ist abhängig von der jeweiligen Art.

Die weiblichen Wildbienen verbringen die meiste Zeit ihres Lebens außerhalb der Brutzelle damit Nahrung oder Baumaterial zu sammeln, nachdem die Begattung durch die Männchen stattgefunden hat. Die Männchen schlüpfen als erstes, da sich ihre Brutkammern als erste öffnen.

Die angelegten Brutzellen sind streng voneinander abgegrenzte Kammern, in der der gesamte Entwicklungsverlauf vom Ei bis zu Imago verläuft. Die Größe der Zelle entspricht der Größe der Biene. Lediglich bei den Hummeln entwickeln sich mehrere Tiere in einer Kammer. Die meisten Bienen schlüpfen erst im kommenden Jahr, was bedeutet, dass sie etwa 90% ihres Lebens in ihrer Brutkammer verläuft.

Für Wildbienen, die ihre Brutzellen selber in markhaltige Stängel bohren, können mit abgestorbenen Brombeerstängeln natürliche Nisthilfen geschaffen werden. Diese steckst du hochkant in einen eher trockenen Boden. Auch die verblühten Stängel der Königskerze oder des Holunders sind dafür geeignet. Exemplarisch findest du dies im Hochbeet “Heimische Wildbienenwelt”.

Projektpartner

Die Pflanzplanung der einzelnen Hochbeete ist mit kompetenter Unterstützung der Naturgartenplanerin Constanze Gouveia Wohlfarth von Wildblütenkonfetti entstanden. 

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